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Lernen lernen

Lernschwierigkeiten erfolgreich überwinden

Schulkinder sind einem steigenden Leistungsdruck ausgesetzt, ihr Arbeitspensum ähnelt mitunter dem erwachsener Arbeitnehmer. Viele Schüler geraten dabei an ihre Leistungsgrenzen und leben in einem Zustand ständiger Überforderung. Konzentrationsprobleme, Aufmerksamkeitsdefizite, Hyperaktivität, Aggressivität sind schließlich nur einige Stichworte, die im Zusammenhang mit Schulkindern in den letzten Jahren nahezu inflationär benutzt werden. Ist eine ganze Schülergeneration „krank“?! Diplom-Pädagogin Esther Borggrefe, Leiterin des Instituts für Lernförderung und Kommunikation (ILK) in Sankt Augustin, nimmt zu diesem Phänomen und zu weiteren Fragen rund um das Thema Lernen in dem folgenden Interview Stellung.

Frau Borggrefe, handelt es sich bei dieser Darstellung um bloßen Alarmismus oder ist die Situation der Schulkinder tatsächlich so ernst, wie es die o. g.  Schlagworte suggerieren?

„Fakt ist, dass die Zahl an zappeligen, unaufmerksamen, nervösen und vielfach auch aggressiven Kindern in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Die Ursachen hierfür sind sehr vielfältig und können an dieser Stelle nicht ausreichend erörtert werden. Bemerkenswert ist, dass parallel zu den aufgezählten Verhaltensauffälligkeiten auch immer mehr Kinder unter Lernschwierigkeiten bzw. Leistungsstörungen wie Legasthenie und Dyskalkulie leiden. Schlechte Schulleistungen sind schließlich das Ergebnis.“

Das klingt nach einem Teufelskreis. Wie können Eltern ihren Kindern helfen?

„Die wiederholte Erfahrung von Misserfolgen, z. B.  in Form von schlechten Noten, führt dazu, dass sich manche Schüler bereits sehr früh als Versager fühlen. Sie leiden unter fehlender Motivation und mangelndem Selbstbewusstsein. In einer solchen Situation ist es von großer Bedeutung, dass Eltern den Schwierigkeiten ihrer Kinder auf den Grund gehen. Wenn sie den Eindruck haben, dass ihr Kind über einen längeren Zeitraum Probleme beim Schreiben, Lesen oder Rechnen sowie beim selbstständigen Anfertigen der Hausaufgaben hat und anhaltende Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme bemerkt werden, ist eine fachlich fundierte pädagogische Diagnostik der erste Schritt, um Kindern zu helfen. Bloße Nachhilfe ist keine dauerhafte Alternative bei grundlegenden Lernschwierigkeiten und gravierenden Leistungsrückständen. Ziel der individuellen Trainings und Förderprogramme meines Instituts ist es, mittels spezieller Lern- und Arbeitstechniken eine größtmögliche Eigenständigkeit beim Lernen zu erlangen. Hieraus resultieren Selbstvertrauen, Sicherheit und schließlich auch Erfolgserlebnisse. Doch auch Erfolg ist individuell. Nicht jedes Kind ist ein „Einserkandidat“ – es zählt immer die individuelle Leistung vor dem Hintergrund der individuellen Stärken und Schwächen.“

Sie betonen die überragende Bedeutung der Eigenständigkeit: Sollen Eltern ihren Kindern zuhause überhaupt helfen?

„Auf jeden Fall! Es geht aber nicht darum, dass sie bei den Hausaufgaben ständig neben ihren Kindern sitzen. Viel wichtiger ist es, den Kindern zuhause ein optimales Lernumfeld zu schaffen. Die geeignete Gestaltung des Lernortes, die Beachtung von Pausenzeiten, die sinnvolle Gestaltung dieser Pausen – z. B. durch Bewegung oder Musik – sowie eine ausgewogene Ernährung sind nur einige Möglichkeiten, mit denen Eltern ihren Kindern das Lernen erleichtern können. Auch bei Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen können Eltern konkrete Hilfestellungen leisten, beispielsweise durch gezieltes Gehirnfitnesstraining. Wichtig ist aber vor allem, dass sie keinen zusätzlichen Druck oder übertriebene Kontrolle ausüben.“

Bei anhaltenden Schulproblemen sind nicht nur Kinder, sondern oft auch deren Eltern überfordert. Was empfehlen Sie in diesem Fall?

„Schulschwierigkeiten werden tatsächlich auch häufig für Eltern zu einer emotionalen Dauerbelastung. Daher biete ich in meinem Institut zusätzlich spezielle Entspannungskurse für Eltern und Schüler an. Autogenes Training zur Stressbewältigung zählt dabei zu den Klassikern, doch auch die Entspannungstechnik der progressiven Muskelrelaxation ist äußerst wirkungsvoll. Sie basiert auf dem Prinzip der muskulären Anspannung bzw. Entspannung. Hierdurch wird die Durchblutung angeregt, die Atmung wird verbessert. Dieses Verfahren führt zu emotionaler Entspannung und gleichzeitig zu einer Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit. Geistiges Wohlbefinden, Ausgeglichenheit und das Gefühl, seine eigenen Kräfte mobilisieren zu können, um die täglichen Anforderungen besser zu meistern – all dies sind altersunabhängige Wünsche.“

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