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Tag des Kindes 2011: Viel positive Resonanz

Leichter Lernen ist keine Illusion

Es gab viel zu Sehen, zu Hören und vor allem zu Spielen am vergangenen Wochenende: Bereits zum dritten Mal in Folge veranstaltete der Dachverband Legasthenie Deutschland (DVLD) einen Tag des Kindes in Bonn.

Unter Leitung seines Vorstandsmitgliedes, Diplom-Pädagogin Esther Borggrefe, stand die Veranstaltung ganz im Zeichen des Lernens. Doch was zunächst eher anstrengend klingt, wurde an diesem Tag spielerisch und mit viel Freude vermittelt. Zahlreiche Eltern besuchten mit ihren Kindern die HEBO-Privatschule in Bonn- Bad Godesberg, in deren Räumen ein abwechslungsreiches Programm geboten wurde. Den Auftaktvortrag hielt Professor Hans Biegert, leitender Direktor der HEBO, zu dem Thema ADHS, einem Phänomen, das eine zunehmende Zahl an Schulkindern betrifft. Neben weiteren Fachvorträgen zu den Schwerpunktthemen Legasthenie, Dyskalkulie und Lernstörungen gab es Live-Musik und ein buntes Programm für Kinder. Zahlreiche Spielmöglichkeiten, Bewegungs- und Bastelangebote begeisterten die kleinen und großen Kinder: Zum Austoben gab es eine Hüpfburg, ein Bällebad und – als Klassiker – einen Dosenwurf-Stand, der intensiv genutzt wurde. Beim Basteln von Anti-Stress-Bällen konnten die größeren Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen, Seifenblasen in XL-Größe faszinierten vor allem die Kleinen. Die spielerische Komponente des Lernens veranschaulichte Dr. Dorothee Obermann-Jeschke, die verschiedene Lern-Spiele vorstellte. Aus dem großen Angebot an Spielen, die im Handel erhältlich sind, hatte Obermann-Jeschke diejenigen ausgewählt, die tatsächlich sinnvoll das Lernen unterstützen. Welche besondere Bedeutung die sinnliche Wahrnehmung für das Lernen hat, erfuhren Eltern und Kinder an einem Stand, an dem so genannte Sinnesmaterialien „begreifbar“ dargeboten wurden. Gerade mit vermeintlich einfachen Wahrnehmungsübungen seien komplexe Denkprozesse verbunden, betonte Borggrefe. Insbesondere in der Frühförderung von Kindern würden derartige Übungen eingesetzt, um bereits kleinen Kindern das Lernen zu erleichtern.

Obwohl oder gerade weil Borggrefe aus ihrer täglichen Arbeit weiß, dass viele Kinder neben der Schule ein straffes Freizeitprogramm zu bewältigen haben, betont sie stets die besondere Bedeutung des Spielens für das Lernen. „Es hat gar keinen Sinn, die wenige Freizeit, die Kinder heute haben, auch noch mit weiteren Pflichtveranstaltungen zu füllen, mit denen die Kinder noch mehr unter Druck geraten“, erklärt Borggrefe. Vielmehr sollten Eltern darauf achten, dass Kinder auch selbstverantwortlich spielen, ohne dass jeder Nachmittag mit geplanten Aktivitäten vollgestopft werde. „Lernen lernt man zum Beispiel, indem man die Fähigkeit entwickelt, eigenständig Probleme zu lösen“, so die Diplom-Pädagogin. Dies könne man am besten im Zusammensein mit anderen Kindern und vor allem in der Natur. „Mit Kindern in den Wald gehen, Stöcke sammeln, etwas bauen, all dies unterstützt die natürliche Lern- und Wissbegierde der Kleinen. Eltern sollten den kindlichen Eifer nicht mit zu viel „Programm“ hemmen“, erklärte Borggrefe.

Am Ende des Tages zeigten sich die Veranstalter zufrieden. Dem Ziel, Interesse zu wecken für alternative Wege das Lernen zu lernen, konkrete Informationen zu den Schwerpunktthemen Legasthenie, Dyskalkulie und Lernstörungen zu geben und diesbezügliche Vorurteile abzubauen komme man mit derartigen Veranstaltungen immer ein Stück näher, resümierte Borggrefe. „Es ist wichtig, Hemmschwellen in dieser Thematik abzubauen. Schließlich geht es darum, Kindern mit Lernschwierigkeiten eine Perspektive zu geben. Individuelle Förderprogramme und Trainings sind effektive Methoden. Ich kann Eltern nur ermutigen, ihre Kinder im Zweifelsfall testen zu lassen!“, so die Diplom-Pädagogin. Viele positive Rückmeldungen von Eltern und Kindern zeigten schließlich, wie wichtig es ist, Betroffenen Mut zu machen und ihnen zu einem selbstbewussteren Umgang mit Problemen rund ums Lernen zu verhelfen.


Institut für Lernförderung und Kommunikation
Dipl.-Päd. Esther Borggrefe
An den Drei Eichen 41
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