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Zeugniszeit = Sorgenzeit?!

Bald ist es wieder so weit: Die Halbjahres-Zeugnisse werden verteilt. Viele Schüler fürchten diesen Tag schon seit Wochen. Bringen sie dann tatsächlich ein schlechtes Zeugnis nach Hause, ist die Enttäuschung oft sehr groß. Vielfach wissen Schüler und Eltern dann einfach nicht mehr weiter. Denn obwohl sie in den vergangenen Monaten das häusliche Üben intensiviert haben, schlägt sich die Anstrengung nicht in besseren Noten nieder. Im Gegenteil: Gerade bei den Schlüsselkompetenzen Lesen und Schreiben scheinen die Kinder nicht weiter zu kommen. Sie machen unerklärliche Fehler, Diktate sind kaum leserlich, sie stocken beim Vorlesen, erfinden oder überspringen Wörter, kurz: Sie haben deutliche Defizite bei allem, was mit Buchstaben zu tun hat.


Legasthenie – was nun?

„Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten Eltern aktiv werden und ihr Kind testen lassen – bevor sich die Probleme auf andere Schulfächer ausdehnen“, erklärt Diplom-Pädagogin Esther Borggrefe, Leiterin des Instituts für Lernförderung und Kommunikation in Sankt Augustin. „Jedes zusätzliche Üben bedeutet für Schüler, die unter Legasthenie leiden, eine zusätzliche Qual. Konventionelle Nachhilfe und stures Pauken sind sogar kontraproduktiv und erhöhen nur den Stress der Kinder. Erfolg können in diesem Fall nur spezielle, auf den Einzelfall abgestimmte Trainings bringen“, so Borggrefe weiter. Denn bei Legasthenie handele es sich nicht um ein Phänomen, das durch vermehrtes Üben gelöst werden könne. „Legasthene Menschen nehmen Buchstaben und Wortbilder ganz anders wahr als Menschen, die nicht unter Legasthenie leiden. Für diese ist es oft schwer vorstellbar, was ein Legastheniker sieht, wenn er auf ein bedrucktes Papier schaut.“ Doch genau hierfür gebe es individuelle Förderprogramme, mit denen die Probleme sehr effektiv behandelt werden könnten. „Das Wichtigste ist jedoch, dass Eltern ihre Kinder frühzeitig testen lassen und nicht erst, nachdem sich schon Frust, Entmutigung oder gar Schulangst zeigen“, appelliert die Diplom-Pädagogin.

Geheimnisvolle Zahlenwelt

Neben legasthenen Kindern nehme auch die Zahl an Kindern, die Schwierigkeiten im rechnerischen Bereich hätten zu, weiß Borggrefe. Zahllose Kinder verzweifelten tagtäglich, wenn es ums Rechnen gehe. Doch auch hier müsse man genau hinsehen und die Schwierigkeiten sorgfältig untersuchen. „Aber selbst wenn ein Kind Probleme mit dem Rechnen und mit Zahlen allgemein hat, darf nicht leichtfertig von einer Dyskalkulie ausgegangen werden. Ich schaue mir jedes Kind, das sich in meinem Institut testen lässt, ganz genau an und führe wissenschaftlich anerkannte Computertestverfahren zum Diagnostizieren von Dyskalkulie durch.“ Allzu schnell würden Kinder heute mit vermeintlichen Diagnosen „etikettiert“, weil bestimmte Begriffe in aller Munde seien. „Doch darum geht es nicht. Manchmal stellt sich auch heraus, dass die Schwierigkeiten des Kindes nichts mit Dyskalkulie zu tun haben. Dann muss man nach anderen Ursachen und vor allem Lösungen für die Probleme forschen“, so Borggrefe. Viele Schulkinder litten stark unter Konzentrationsschwierigkeiten, was jegliches Lernen erschwere. „Ich hüte mich jedoch, vorschnell die Diagnose ADHS zu stellen. Das nutzt den Kindern in der Regel nichts, im Gegenteil. So kommt man den Ursachen für die Konzentrationsprobleme nicht näher.“ Borggrefe betont, dass es wichtig sei, das Kind ganzheitlich wahrzunehmen und den Fokus nicht allein auf die Schwierigkeiten oder Schwächen zu richten. „Jedes Kind hat Stärken. Jedes Kind will lernen – und jedes Kind möchte auch Erfolg haben. Meine Arbeit setzt zwar an den Defiziten an, betont aber deutlich die Stärken der Kinder. Neben der Arbeit an den Schwierigkeiten ist es von größter Bedeutung, den Kindern wieder Vertrauen in die eigenen (Lern-)Fähigkeiten zu geben. Nur so kann Lernen dauerhaft Erfolg bringen und vor allem Spaß machen!“

Möchten Sie wissen, wie die Schwierigkeiten Ihres Kindes einzuschätzen sind? Lassen Sie sich beraten, welche Maßnahmen Erfolg versprechen.

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