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Lesen, Schreiben, Rechnen – (k)ein Problem?! (Legasthenie/ Dyskalkulie)

Nicos Mutter schien zu verzweifeln: Obwohl sie regelmäßig und lange mit ihrem Sohn übte, sah sie rot, wenn Nico seine Klassenarbeiten mit nach Hause brachte. Die Seiten waren mit Fehlern übersät, teilweise waren die Wörter überhaupt nicht leserlich. Die Misserfolge in Deutsch und zunehmend auch in anderen Fächern häuften sich. „Wie kann ich meinem Kind bloß helfen?“ – diese Frage stellte sie sich fast täglich. „Viele Eltern warten einfach zu lange, bis sie ihr Kind auf das Vorliegen einer Lese-/Rechtschreibschwäche oder Legasthenie testen lassen. Manche lassen sich einreden, das wachse sich mit der Zeit aus“, weiß Esther Borggrefe. Als Leiterin des Instituts für Lernförderung und Kommunikation befasst sie sich seit über fünfzehn Jahren mit Kindern und Jugendlichen, die unter Legasthenie leiden. „Doch legasthene Kinder brauchen Hilfe, sonst kann die Legasthenie dazu führen, dass die gesamte schulische Leistung stark beeinträchtigt wird. Eine fundierte Diagnose der Problematik ist dringend erforderlich.“

Warum ist mein Kind schlecht in Mathe?

Neben der Zahl an Kindern, die unter Legasthenie leiden, ist in den vergangen Jahren auch die Zahl der Schüler mit Problemen im rechnerischen Bereich angestiegen. Doch nicht jedes Kind, das schlecht rechnet, hat eine gravierende Rechenschwäche (Dyskalkulie). „Von Dyskalkulie spricht man, wenn die Rechenleistung eines Kindes eindeutig unterhalb des Niveaus liegt, das aufgrund des Alters und der allgemeinen Intelligenz zu erwarten ist. Prinzipiell bezeichnet man hiermit die Beeinträchtigung grundlegender Rechenfertigkeiten“, stellt Borggrefe fest. Die Diagnose Dyskalkulie werde nicht leichtfertig gestellt, sondern basiere auf wissenschaftlich anerkannten Testverfahren, die von Psychologen oder anerkannten Dyskalkulie-Trainern durchgeführt würden. „Nur durch eine individuelle und objektive Beurteilung der Leistungen der Kinder mit Rechenschwierigkeiten, ist auch eine auf die jeweilige Einzelproblematik aufbauende Förderung möglich“, betont die Diplom-Pädagogin.

 

Mit Training zum Erfolg!

Erfolgreiches Legasthenie- und Dyskalkulietraining orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen des Kindes. „Es gibt zwar zahlreiche übereinstimmende Anzeichen für das Vorliegen von Legasthenie oder Dyskalkulie, doch treten beide in sehr unterschiedlich starken Ausprägungen auf. Daher gibt es auch keine Universalmethode, die allen Legasthenikern oder dyskalkulen Menschen gleichermaßen hilft“, sagt Borggrefe. Nur „maßgeschneiderte“ Trainingsprogramme führten zum Erfolg, Nachhilfe hingegen bliebe ohne Wirkung. Borggrefe wendet in ihrem Institut das wissenschaftlich anerkannte AFS-Training (Aufmerksamkeits-, Funktions- und Symptomtraining) an, das eine systematische und auf den Einzelfall bezogene Förderung unter Einbeziehung des jeweils aktuellen Schulstoffs ermöglicht.

„Neben dem Training ist es wichtig, den Kindern wieder Mut zu machen: Sie sind nicht „Schuld“ an ihrer Legasthenie oder Dyskalkulie. Beides ist nach dem aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand größten Teils genetisch bedingt“, erklärt Borggrefe.

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